Saturday, August 26, 2006

Die moderne Rückenschule - Weg zum Sein

Seit nunmehr drei Jahren unterrichte ich Menschen aller Altersstufen im Rückentraining. Jeder zweite leidet heutzutage unter Rückenbeschwerden und in jedem Training wird mir wieder bewusst, wie sinnvoll meine Arbeit ist und wie sehr ich helfen kann, auch wenn ich nach dem Abitur nicht das Medizin-studium wählte. Nachdem ich mich nun 1998 bereits Gymnastiklehrerin und Sporttherapeutin "schimpfte", zog ich mit meinem Orthopädischem Rückenschulschein los und befolgte meine Vorgaben zur Verbreitung der "guten Nachricht" der klassischen Rückenschule.
Sie kennen diese Informationen: Die Wirbelsäule hat 34 Wirbel, 5 Abschnitte, Hals-, Brust-, Lendenwirbelsäule, so wie Kreuz- und Steißbein. Sicherlich anatomisch wichtig, jedoch für den Großteil der Betroffenen zunächst nicht wirklich von Bedeutung, um aktuelle Beschwerden loszuwerden.
In der klassischen Rückenschule geht es vornehmlich darum herauszufinden an welcher Stelle sich IHR Schmerz befindet, von da aus geht es dann weiter. Nun ist es nicht so, dass wenn Sie zur Rückenschule kommen genau diesen Schmerz vergessen und sogar loswerden wollen? Ja-und das am liebsten noch am ersten Abend-nicht wahr!? Demzufolge hilft das Somatisieren, das Konzentrieren auf den momentan spürbaren Schmerz, nicht aus dem "Teufelskreis" von Verspannung, Stress, Schlaflosigleit und Verzweilflung. Im Gegenteil - hier wird Ihr momentanes Empfinden verstärkt. Dabei ist am spürbarem Schmerzpunkt direkt, in den meisten Fällen, NICHT die Ursache.
Die "moderne Rückenschule" - so auch mittlerweile meine Form der Rückenschule nach eigenem Konzept, in Kooperation mit den Kassen - sollte sich also mit dem Menschen als Ganzes beschäftigen. Machen Sie sich zum Start eine "Haltungsuhr". Wann und wieviele Stunden am Tag sitzen Sie, gehen Sie, liegen Sie? Es sollten wenigstens insgesamt 5 Stunden leichte (Fort)Bewegung enthalten sein! Wann legen Sie Ihre "Pausen" ein und entspannen? Wie ist die Stimmung in Ihnen, um Sie herum? Wie schlafen Sie? Wie oft in der Woche haben Sie Zeit für sich ganz allein und das was Sie gerne tun? Wieviel Sauerstoff bekommen Sie am Tag und was essen Sie? Sie sehen sehr schnell, dass wir uns nicht wundern müssen wieviele Menschen heutzutage unter Rückenbeschwerden "leiden".
Bei Umfragen geben 40 Prozent der Erwachsenen an, gerade Rückenschmerzen zu haben, 62 Prozent der Frauen und 56 Prozent der Männer berichteten im Rahmen des Gesundheitssurveys im Jahr 1998 über Beschwerden im vergangenen Jahr. Etwa zehn Prozent der Rückenschmerz-Patienten sind dauerhaft beeinträchtigt, fünf Prozent haben besonders problematische Krankheitsverläufe. Bei Rücken-schmerzen gehen 60 Prozent der Betroffenen in den vorzeitigen Ruhestand, wenn sie länger als sechs Monate krankgeschrieben wurden. Nach einer einjährigen Arbeitsunfähigkeit erhöht sich dieser Anteil sogar auf 85 Prozent. Im Jahr 1998 gingen 16,7 Prozent der Frühberentungen bei Männern auf das Konto von Rücken-erkrankungen. Bei Frauen betrug der entsprechende Anteil 13,4 Prozent. (Quelle, Umfragen: "Schmerzliga")
Mein Fazit: Rückenbeschwerden gibt es, Sie bleiben beim modernen, westlichen Lebensstil nicht aus, aber: es muss nicht chronisch werden, nicht Ihr Leben bestimmen und beeinflussen. Tut es das - setzen Sie dem Ganzen ein Ende!
Ihre Krankenkasse erstattet Ihnen 80 % der enstehenden Kosten eines 8 Wochen Kurses, in dem Ihnen von Stunde eins an gezeigt wird sich mit Ihrem Körper zu beschäftigen, sich selbst herauszufordern, den Schmerz mit "Achtsamkeit für das Ganze" Paroli zu bieten. Sie bekommen Übungen an die Hand - führen Sie sie mit Freude und positiven Gedanken aus. Üben Sie alle 2-3 Tage daheim, mit Ihrer Lieblingsmusik, ohne Störfaktoren. Entspannungstee, frischer Luft. Nicht die Menge der Übungen macht es, das "Tun" ist es - lernen Sie sich kennen. Nehmen Sie sich Zeit.
Infos zu guten Kursen und geschulten Einzel-Trainern finden Sie bei Ihrer Krankenkasse und im Internet. (Ein kostenloses Beratungs-gespräch sollte möglich sein! Fragen Sie nach den Inhalten des Kurses!)
"divinum est sedare dolorem" - "Es ist göttlich, den Schmerz zu lindern" (Galen von Pergamon). Fangen Sie an - Sie werden Gefallen am Training finden!
Alles Gute, Claudia Paine www.power-balance.com

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